Wenn auf der Baustelle ein Dokument fehlt, kostet das Zeit und Geld.

Lindner Group – inGo, digitale Baustellen-Compliance

Ein Mitarbeiter kommt morgens auf die Baustelle, hält sein Smartphone an die Schranke und passiert sie in Sekunden. Kein Wachmann, kein Ordner, keine Warteschlange. Was so selbstverständlich aussieht, war auf demselben Projekt kurz zuvor noch undenkbar: Mehr als 1.000 Papierdokumente, fünf bis zehn Minuten Wartezeit pro Person, jeden Morgen, bei jedem Mitarbeiter. Der Unterschied zwischen diesen beiden Momenten ist das Ergebnis eines Projekts mit der Lindner Group.

Der Generalunternehmer haftet. Auch für das, was der Subunternehmer vergessen hat.

Für die Lindner Group – Deutschlands größtes privatgeführtes Bauunternehmen mit mehr als 7.500 Mitarbeitenden und Projekten in über 40 Ländern – war das kein abstraktes Risiko. Auf Großbaustellen arbeiten Menschen aus Dutzenden von Unternehmen. Jeder von ihnen muss bestimmte Dokumente vorweisen: Personalausweis, Arbeitserlaubnis, Qualifikationsnachweise, Versicherungsbelege. Wer ein Dokument nicht dabei hat, kommt nicht rein. Im schlimmsten Fall: Baustopp.

In Deutschland eröffnete der Zoll 2024 über 97.000 Ermittlungsverfahren wegen illegaler Beschäftigung. Der Gesamtschaden überstieg 766 Millionen Euro. Generalunternehmer haften dabei nicht nur für die eigene Belegschaft, sondern auch für die Subunternehmer, die sie beauftragen. Bußgelder bis zu 500.000 Euro, Baustopp und Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen sind die Konsequenz.

Wer Compliance über Papier sicherstellt, stellt sie nicht sicher – er hofft.

Ab hier wird aus Nachweis ein Baustellenzugang.

Genau an diesem Punkt setzt inGo an. inGo ist eine digitale Compliance-Plattform für das Nachunternehmermanagement auf Baustellen, entwickelt nach SSI-Prinzipien (Self-Sovereign Identity) und aufgebaut auf der SOWL-Suite von esatus. Das System besteht aus einer Management Suite für die organisatorische Seite und einer mobilen App für Mitarbeitende.

Der Generalunternehmer legt im System fest, welche Nachweise für ein Projekt erforderlich sind. Subunternehmer laden die Dokumente ihrer Mitarbeitenden vorab hoch. Die Plattform prüft Vollständigkeit und Gültigkeit. Sind alle Anforderungen erfüllt, generiert die App einen persönlichen QR-Code, der als digitaler Baustellenzugang dient.

Über offene Schnittstellen ist inGo direkt mit Drehkreuzen und physischen Zugangssystemen verbunden. Auf einer sicherheitsrelevanten Baustelle in Berlin ist diese Funktion bereits im täglichen Betrieb: Mitarbeitende scannen ihren QR-Code, die Berechtigung wird in Echtzeit geprüft, der Zutritt automatisch erteilt oder verweigert.

Bestehende Zugangssysteme bleiben. Neu ist, auf welcher Grundlage sie Zutritt erteilen.

Einmal prüfen. Im nächsten Projekt direkt nutzen.

Nachweise müssen nicht projektweise neu erhoben werden. Einmal geprüfte Qualifikationen stehen für weitere Projekte zur Verfügung. Subunternehmer bauen ein wiederverwendbares digitales Profil auf. Mitarbeitende haben alle benötigten Dokumente geordnet in der App.

Alle Verifikationsvorgänge werden lückenlos protokolliert. Beispielsweise bei einer Zollprüfung sind sämtliche Nachweise sofort digital abrufbar. Audit-Vorbereitung, die früher Tage dauerte, dauert damit Minuten.

Vor inGo: mehr als 1.000 Papierdokumente pro Projekt, fünf bis zehn Minuten Verifikationszeit pro Person, Fehlerquote bis zu 15 Prozent. Mit inGo: weniger als 300 digitale Nachweise, unter fünf Sekunden Verifikationszeit, Fehlerquote unter einem Prozent.

Alle Nachweise verbleiben auf dem Gerät der Mitarbeitenden. Dokumente, die der Generalunternehmer zur Prüfung erhält, werden nach der Freigabe automatisch aus seiner Umgebung gelöscht. Die Daten werden DSGVO-konform verarbeitet.

Überall dort, wo externe Mitarbeitende Nachweise brauchen und Papier nicht reicht.

inGo ist vollständig auf das EUDI Wallet nach eIDAS 2.0 ausgerichtet. Mitarbeitende aus EU-Mitgliedstaaten können ihre Identität künftig direkt über die EUDI Wallet nachweisen – ohne Kopien, ohne Papierdokument. Die Architektur ist modular aufgebaut.

Was für Baustellen entwickelt wurde, gilt überall dort, wo externe Mitarbeitende oder Subunternehmer Nachweispflichten unterliegen und Compliance bisher über manuelle Prozesse sichergestellt wird: Logistik, Energie, Facility Management, Veranstaltungen. Das Muster ist dasselbe. Die Haftung auch.